Online-Dating in der Schweiz: Zahlen und Fakten
Wie wichtig ist das Internet für die Partnersuche in der Schweiz wirklich? Statt auf Werbeangaben einzelner Anbieter stützen wir uns hier auf die amtliche Statistik: Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat 2023 rund 18'000 zufällig ausgewählte Personen zu Partnerschaft und Familie befragt. Die wichtigsten Ergebnisse für die Partnersuche haben wir in eigenen Grafiken aufbereitet und eingeordnet.
Das Wichtigste in Kürze
- 26,9 %der Paare mit Beziehungsbeginn in den letzten fünf Jahren haben sich online kennengelernt
- 73 %der 18- bis 80-Jährigen leben in einer Paarbeziehung
- 38,4 %der Frauen zwischen 65 und 80 Jahren haben keinen Partner – bei den Männern sind es 16,8 %
- 37 %aller Privathaushalte sind Einpersonenhaushalte
Wie Paare in der Schweiz zusammenfinden
Online-Dating ist in der Schweiz zum zweitwichtigsten Weg geworden, einen Partner oder eine Partnerin zu finden. Wer die Beziehung in den letzten fünf Jahren begonnen hat, hat die andere Person in 26,9 % der Fälle über eine Dating-App, eine Online-Partnervermittlung oder ein soziales Netzwerk kennengelernt. Damit liegt das Internet fast gleichauf mit dem Bekannten- und Freundeskreis (28,0 %). Bei Paaren, die seit mehr als 15 Jahren zusammen sind, spielte das Internet noch kaum eine Rolle.
| Ort des Kennenlernens | Beziehung seit höchstens 5 Jahren | Beziehung seit über 15 Jahren |
|---|---|---|
| Bekannten- oder Freundeskreis | 28,0 % | 31,3 % |
| Dating-App, Online-Partnervermittlung, soziale Netzwerke | 26,9 % | unter 3 % |
| Schule, Ausbildung oder Arbeit | 18,8 % | 22,8 % |
| Bar, Disco, Konzert, Stadt- oder Dorffest | 8,1 % | 17,9 % |
| Hobby, Verein oder Sport | 7,9 % | 8,4 % |
| über Verwandte | unter 3 % | 5,5 % |
| anderes | 8,5 % | 11,4 % |
Personen von 18 bis 80 Jahren in einer Paarbeziehung. Quelle: BFS, Erhebung zu Familien und Generationen 2023 (Grafik G3), eigene Darstellung.
Auffällig ist, was dafür an Bedeutung verloren hat: der Ausgang. Bei älteren Beziehungen hat sich fast jedes sechste Paar in einer Bar, an einem Konzert oder einem Fest kennengelernt (17,9 %), bei den jüngeren Beziehungen nur noch etwa jedes zwölfte (8,1 %). Der Kreis von Freunden und Bekannten bleibt dagegen stabil wichtig.
Wichtig für die Einordnung: Das BFS fasst Dating-Apps, Online-Partnervermittlungen und soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook in einer Kategorie zusammen. Wie gross der Anteil einzelner Singlebörsen ist, lässt sich daraus nicht ablesen.
Wer in der Schweiz ohne Partner lebt
Rund drei Viertel der Erwachsenen zwischen 18 und 80 Jahren leben in einer Paarbeziehung. Wie gross der Anteil der Singles ist, hängt aber stark von Alter und Geschlecht ab – und zwar in entgegengesetzte Richtungen.
| Alter | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| 18–24 Jahre | 55,7 % | 68,6 % |
| 25–34 Jahre | 24,5 % | 35,7 % |
| 35–44 Jahre | 15,9 % | 17,5 % |
| 45–54 Jahre | 20,9 % | 15,9 % |
| 55–64 Jahre | 27,7 % | 19,0 % |
| 65–80 Jahre | 38,4 % | 16,8 % |
Quelle: BFS, Erhebung zu Familien und Generationen 2023 (Grafik G1), eigene Darstellung.
Unter den Jungen sind Männer häufiger Single als Frauen: Zwischen 18 und 24 Jahren haben 68,6 % der Männer und 55,7 % der Frauen keinen Partner. Ab Mitte 40 dreht sich das Bild. Der Anteil der Frauen ohne Partner steigt mit jedem Lebensabschnitt, bei den 65- bis 80-Jährigen auf 38,4 %. Bei den Männern bleibt er ab 35 Jahren fast unverändert bei 16 bis 19 %. Eine naheliegende Erklärung ist die höhere Lebenserwartung von Frauen; die Erhebung selbst nennt keine Ursachen.
Noch ein Detail aus derselben Befragung: Von den 18- bis 24-jährigen Frauen leben 32,8 % in einer Beziehung mit einem Partner ausserhalb des eigenen Haushalts. Wer in diesem Alter eine Beziehung hat, wohnt also meist noch nicht mit dem Partner zusammen.
Alleinlebende und Alleinerziehende
In 37 % aller Schweizer Privathaushalte lebt nur eine Person, das entspricht 17 % der ständigen Wohnbevölkerung. Seit 1970 hat sich die Zahl der Einpersonenhaushalte beinahe vervierfacht. Alleinlebend heisst aber nicht automatisch Single: Ein Teil dieser Menschen hat eine Partnerin oder einen Partner mit eigener Wohnung.
Rund ein Sechstel (17 %) der Haushalte mit Kindern unter 25 Jahren sind Einelternhaushalte. Für Mütter und Väter in dieser Lage gibt es eigene Plattformen, bei denen Kinder von Anfang an Teil des Profils sind – sie stehen in unserer Übersicht der Singlebörsen für Alleinerziehende.
Und wie gross ist der Dating-Markt?
Verlässliche, unabhängig erhobene Zahlen zum Umsatz der Dating-Anbieter in der Schweiz gibt es derzeit nicht. Die zuletzt öffentlich zitierte Schätzung stammt aus einer Marktanalyse für die Jahre 2018 und 2019 und kam auf rund 41 Millionen Franken Jahresumsatz. Diese Zahl ist inzwischen deutlich veraltet und taugt nur noch als grober historischer Anhaltspunkt.
Auch Mitgliederzahlen sind mit Vorsicht zu lesen: Sie stammen fast immer von den Anbietern selbst und zählen oft alle jemals angelegten Profile, nicht nur aktive Nutzerinnen und Nutzer. In unseren Testberichten kennzeichnen wir solche Angaben deshalb als ungefähre Anbieterangaben.
Was die Zahlen für deine Partnersuche heissen
- Online ist normal geworden. Mehr als jedes vierte neue Paar hat sich im Internet kennengelernt. Wer online sucht, tut also etwas sehr Gewöhnliches – und muss sich dafür nicht rechtfertigen.
- Die Plattform sollte zum Alter passen. Weil sich das Verhältnis von Frauen und Männern ohne Partner mit dem Alter verschiebt, lohnt sich ab 50 ein Blick auf Plattformen, die gezielt diese Altersgruppe ansprechen. Eine Auswahl findest du bei den Singlebörsen ab 50, zum Beispiel ab50.ch oder Zweisam.ch.
- Offline bleibt wichtig. Freundeskreis, Arbeit und Hobbys zusammen bringen weiterhin mehr Paare zusammen als das Internet. Online-Dating ergänzt diese Wege, es ersetzt sie nicht.
- Seriosität vor Reichweite. Eine grosse Mitgliederzahl allein sagt wenig. Wie wir Sicherheit, Bedienung, Funktionen, Matching und Preis-Leistung bewerten, erklären wir unter So testen wir. Alle geprüften Plattformen findest du im Singlebörsen-Vergleich Schweiz.
Quellen & Methodik
- Bundesamt für Statistik: Erhebung zu Familien und Generationen 2023 – Erste Ergebnisse (PDF, Neuchâtel 2024), Kapitel 2 «Paare», Grafiken G1 und G3, Datenstand 31.07.2024.
- Bundesamt für Statistik: Grafik «Art, wie man die Partnerin oder den Partner kennengelernt hat», 2023, veröffentlicht am 02.10.2024, Nutzungsbedingungen OPEN-BY.
- Bundesamt für Statistik: Haushalte und Lebensformen, Stand Ende 2025.
- Statista: Infografik zum Umsatz der Online-Dating-Branche in der Schweiz (Mai 2019, auf Basis der Marktanalyse 2018/2019 von Singlebörsen-Vergleich.ch) – nur als historischer Vergleichswert.
Die Diagramme sind eigene Darstellungen der BFS-Werte. Zwei Werte unter 3 % sind in der Originalgrafik nicht beschriftet und deshalb hier nicht genauer angegeben. Die Balkenlänge ist je Diagramm einheitlich skaliert. Stand der Recherche: Oktober 2026.
